Schau in einer klaren Nacht einmal nach oben. Millionen Lichtpunkte, die seit unvorstellbaren Zeiträumen durch das Weltall reisen, bis sie irgendwann unser Auge erreichen. Wir nennen das Licht – und Licht ist, ganz nüchtern betrachtet, nichts anderes als kosmische Energie. Die Sonne schickt sie uns jeden Tag, lässt Pflanzen wachsen, wärmt unsere Haut, gibt uns Leben. Zu viel davon – und wir bekommen einen Sonnenbrand. Zu wenig – und uns fehlt etwas, das wir kaum in Worte fassen können. Es gibt also ein Optimum. Eine Balance.
Das ist Physik, darüber sind sich alle einig.
Aber was, wenn diese Idee der Energie nicht bei der Physik endet?
Die Frage, die niemand ganz beantworten kann
Frag zehn Menschen, ob sie glauben, dass es „mehr zwischen Himmel und Erde" gibt, als wir bisher verstanden haben – und die meisten werden mit einem klaren Ja antworten. Manche finden ihre Antwort in der Religion. Andere sagen nur: „Ich weiß nicht, was es ist. Aber ich glaube, dass es da ist."
Zu dieser zweiten Gruppe gehöre ich.
Ich habe lange versucht, mir eine Erklärung zu bauen, die für mich Sinn ergibt – nicht durch blinden Glauben, sondern indem ich mir die Dinge anschaue, die wir bereits verstehen, und weiterdenke. Licht ist ein guter Ausgangspunkt. Es ist erforscht, sichtbar, spürbar. Und wenn es Energie gibt, die aus den Weiten des Kosmos zu uns reist und unseren Körper erreicht – warum sollte es nicht auch eine geben, die etwas anderes in uns berührt? Nicht die Haut. Sondern das, was man vielleicht am ehesten unsere Seele nennt.
Ich nenne das kosmische, spirituelle Energie.
Was uns die Natur längst gezeigt hat
Manchmal versteckt die Natur ihre Antworten nicht einmal besonders gut. Denk an einen Regenbogen. Lange bevor irgendjemand erklären konnte, wie Licht funktioniert, konnten Menschen am Himmel beobachten, wie es sich in Farben aufteilt. Die Natur hat es uns vorgemacht – wir mussten nur lernen, hinzuschauen.
Was, wenn spirituelle Energie sich genauso verhält? Was, wenn auch sie „Farben" hat – nicht Rot, Gelb oder Grün, die wir längst kennen, sondern eigene, unsichtbare Spektren, so wie eine Biene Blütenmuster sieht, die für unser Auge nicht existieren?
Ich habe diesen unsichtbaren Farben Namen gegeben, die uns gleichzeitig helfen, ihre Wirkung zu verstehen: Feuer, Wasser, Erde und Wind. Vier Energien, vier Grundstimmungen, die auf ganz eigene Weise auf uns wirken. Feuer zum Beispiel verbinde ich mit Liebe – mit den Tagen, an denen man einfach die ganze Welt umarmen könnte. Und genauso gibt es das Gegenteil: Tage, an denen man am liebsten in Ruhe gelassen werden möchte. Beides gehört zusammen. Beides ist Teil derselben Energie, nur mit unterschiedlichem Vorzeichen.
Warum unsere Erde so bunt ist
Hier wird es für mich besonders spannend. Sieh dir andere Planeten an: Der Mond – fast eine einzige Farbe. Saturn, Jupiter – gedeckte Töne, kaum Vielfalt. Selbst der Mars mit seinem schönen Orange bleibt blass im Vergleich zu dem, was unsere Erde zu bieten hat.
Warum ist ausgerechnet unser Planet so unfassbar farbenreich?
Und warum berühren uns Farben so sehr? Warum haben wir Lieblingsfarben? Warum fühlt sich Schwarz bei einer Beerdigung richtig an und Rot völlig fehl am Platz? Farben lösen Emotionen aus – das erleben wir jeden Tag, ohne groß darüber nachzudenken.
Ich glaube: Unsere Erde ist bunt, weil auf ihr Leben ist. Und mit Leben kommen Gefühle. Wenn Farben Gefühle in uns wecken können, wenn Licht sich – wie beim Regenbogen sichtbar – in Farbspektren aufteilen lässt, dann liegt für mich ein Gedanke nahe: Farben könnten genau die Filter sein, durch die spirituelle Energie zu uns findet. So wie eine getönte Brille bestimmte Lichtanteile durchlässt und andere blockt.
Warum es nicht reicht, einfach ein rotes T-Shirt anzuziehen
Man könnte jetzt meinen: Dann ziehe ich mir einfach einen roten Pullover an und schon bin ich voller Feuer-Energie. So einfach ist es leider nicht. Licht können wir mit einem Knopfdruck ein- und ausschalten. Gefühle nicht. Niemand kann beschließen, ab morgen nicht mehr verliebt zu sein, nur weil es gerade unpraktisch ist.
Spirituelle Energie, so glaube ich, trifft uns nicht wie ein Schlag. Sie reist lange durch das All, ist fein, fast zart – und sie braucht Zeit, um sich irgendwo anzureichern. Erst wenn sie sich über einen langen Zeitraum sammeln konnte, wird sie spürbar, wirksam, stark.
Und genau hier kommen die Steine ins Spiel.
Warum ausgerechnet Steine?
Energie steckt nicht nur in Steinen. Sie steckt in vielem – in einem alten Baum genauso wie in einem Berg, vielleicht sogar in den unscheinbarsten Dingen des Alltags. Doch damit wir mit ihr etwas anfangen können, damit sie zu uns überwechseln und für uns nutzbar werden kann, braucht sie einen Träger. Etwas, das sie in sich aufnehmen und speichern kann, bis wir bereit sind, sie uns zu holen.
Und hier scheiden sich die Dinge schnell wieder. Ein mächtiger Fels mag noch so viel Energie in sich tragen – wir können ihn schlecht einstecken und mit nach Hause nehmen. Andere Träger sind zu vergänglich, verändern sich, verlieren mit der Zeit, was sie einmal aufgenommen haben.
Steine dagegen sind auf ihre eigene, unspektakuläre Art perfekt für diese Aufgabe. Sie sind beständig – ein Stein von heute ist in zehn Jahren im Kern noch immer derselbe Stein. Sie verändern sich kaum, verlieren nicht, was sie über lange Zeit gesammelt haben. Und sie sind klein genug, um sie bei sich zu tragen, dorthin mitzunehmen, wo wir sie brauchen.
Nicht, weil Steine die einzigen Träger für Energie sind. Sondern weil sie, ganz praktisch betrachtet, die verlässlichsten sind.
Die stillen Sammler
Steine liegen oft seit Ewigkeiten an ein und demselben Ort. Sie schauen buchstäblich in den Himmel, Tag für Tag, Jahr für Jahr, manchmal Jahrhunderte lang. Sie haben zwei Dinge, die uns Menschen oft fehlen: Zeit und Geduld.
Ich glaube, dass Steine mit ihrer Farbe genau die Energie herausfiltern und in sich aufnehmen, die zu ihnen passt – leise, unbemerkt, über einen langen Zeitraum hinweg. Und an ihrer Farbe können wir mit bloßem Auge erkennen, welche Energie sich in ihnen gesammelt hat. Das ist keine neue Fähigkeit. Menschen können das schon, seit es Menschen gibt.
Der Stein selbst ist dabei nur der Träger. Nicht das Ziel. Er hat für uns gesammelt, was wir uns selbst nicht so einfach nehmen können – und er kann uns helfen, ein energetisches Ungleichgewicht in uns auszugleichen. So einfach diese Idee klingt, so viel steckt für mich dahinter.
Und jetzt?
Welche Steinfarben zu welcher Energie gehören und wie du die gesammelte Kraft für dich nutzen kannst – das schauen wir uns in einem der nächsten Beiträge im Detail an.
Für heute reicht dieser eine Gedanke: Vielleicht ist die Welt nicht nur bunt, weil sie schön aussehen soll. Vielleicht erzählt uns jede Farbe eine eigene Geschichte – und manche Steine haben mehr davon gesammelt, als wir auf den ersten Blick vermuten.
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